Oliver Mohr / Pixelio.de

Integrative Traumatherapie

Die integrative Traumatherapie vernetzt die Ebenen von Körper, Gefühlen, Denken, Imagination und Verhalten, um das traumatische Ereignis und Stressreaktionen zu bewältigen und schrittweise zu transformieren. Alte Verletzungen können in die eigene Lebensgeschichte integriert werden.

Wie ein Trauma entsteht

Bedrohliche Ereignisse lösen in uns unwillkürlich den Impuls aus, zu flüchten oder zu kämpfen. Ist das Erlebnis zu überwältigend, wird dieser Impuls unterdrückt. Der Körper schüttet Stresshormone aus, sein Spannungszustand erhöht sich. Er friert die mobilisierte Energie ein und erstarrt. Damit schützt er das Nervensystem vor überfordernden Eindrücken: Schmerzen, starke Gefühle wie Angst, Trauer oder Wut werden nicht mehr wahrgenommen. Ein solches Ereignis kann ein Unfall, körperliche oder psychische Gewalt oder sexueller Missbrauch sein, aber auch eine Operation, der Verlust eines nahestehenden Menschen oder frühe, belastende Familienumstände. Verschiedene Symptome und Einschränkungen können sich entwickeln: Erschöpfung, Ermüden, Muskelverspannungen, Schlaf- und Konzentrationsprobleme, Unruhe, Erregbarkeit, Angst, Alpträume, verminderte Stressbewältigung, chronische Schmerzen, Rückzugstendenzen.

Gelingt es nicht, sich aus der Erstarrung und Anspannung zu lösen und das Erlebte zu bewältigen, kann ein Trauma entstehen. Die unterdrückten Impulse bleiben im vegetativen Nervensystem „stecken“ und blockieren es. Traumatherapie in diesem Sinne zielt auf das Bewusswerden und Entladen von gespeicherter Restenergie.

Das Trauma verarbeiten

Spüren, fühlen, im Körper sein

Für eine erfolgreiche Traumabewältigung ist die Verankerung im Körper und in den Emotionen eine unabdingbare Vorraussetzung: Ein Set von Wahrnehmungs-, Atem- und Ausdrucksübungen unterstützt Sie, sich zu spüren und auf festem Boden zu stehen.

Ressourcen entdecken

Sie lernen bereits vorhandene Ressourcen zu nutzen und neue aufzubauen. Diese sind Ausgangspunkt und zugleich sicherer Hafen, um sich mit dem traumatischen Ereignis auseinanderzusetzen und die nicht abgeschlossene Traumaerfahrung zu vervollständigen, ohne diese wiederholen zu müssen. 

Erschaffen korrigierender Erfahrungen - Flucht oder Kampf

Sie entwerfen ein neues, positives Drehbuch: Das Traumaerlebnis wird körperlich, emotional und gedanklich „neu verhandelt“. Die nicht ausagierte Flucht- oder Kampfreaktion von damals wird wieder aufgenommen. Ihr Körper setzt die wahrgenommenen Impulse in für ihn passende Bewegungen um, Gefühle, Gedanken und Worte werden ausgedrückt. Sie bringen den unterbrochenen Prozess zu einem erfolgreichen Abschluss und erleben, dass Sie selbstwirksam Einfluss nehmen: "Ich kann mich retten! Ich kann mich erfolgreich wehren! Es ist vorbei!".
Die blockierte Energie kommt wieder in Fluss und moblisiert Ihre Lebendigkeit. Sie finden zurück zu Gefühlen von Normalität, spüren Lebensfreude und öffnen sich für das Leben.